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 Mythen
Fortuna Offline



Beiträge: 273

20.08.2004 15:06
RE: Romulus und Remus-römische Mythologie antworten

Aeneas Sohn Ascanius war der Ahnherr der Erbmonarchie, deren Könige nach seinem Sohn alle den Beinamen Silvius trugen. Proca hieß der elfte König dieser Dynastie. Dieser hatte zwei Söhne, Numitor und Amulius. Beiden waren jedoch gänzlich unterschiedlich von ihrer Art her. Numitor war sanft und gutmütig während sein Bruder ein unbeherrschtes und aufbrausendes Wesen besaß. Aus Herrschsucht stürzte er seinen Bruder vom Thron und verbannte ihn. Numitors einzigen Sohn ließ er hinterrücks auf der Jagd töten, um sich den Thron so zu sichern. Rhea Silvia machte er zur Priesterin der Vesta, die durch strenges Gelübde zur Jungfräulichkeit gezwungen waren. So wollte er verhindern, dass männliche Nachkommen seine Herrschaft streitig machen würden.

In einem Heiligen Hain traf Rhea Silvia jedoch auf den Gott Mars, der sie zu seiner Gemahlin erkor und sie zur Mutter von Zwillingen machte. Amulius war außer sich vor Zorn, als er von der Geburt der Zwillinge Romulus und Remus erfuhr. Sofort befahl er, die beiden im Tiber zu ertränken. Doch die Diener führten seinen schrecklichen Auftrag nachlässig aus. Anstatt sie zu töten, setzten sie sie in einem Korb auf dem Fluss aus. Schließlich trieb der Korb unter einem alten Feigenbaum ans Ufer. Dort jammerten die Knaben vor Angst und Hunger. Eine Wölfin, die ihren Durst am Fluss löschen wollte, hörte ihr Klagen. Sie nahm sich der ausgesetzten Kinder an und säugte sie.

Eines Tages kam der Hirte Faustulus auf der Suche nach seinen Tieren an der Höhle vorbei und fand die Knaben vor. Er hatte Mitleid mit ihnen und nahm sie zu seiner Frau Larentia mit nach Hause. Unter der liebevollen Sorge ihrer Pflegeeltern wuchsen sie zu kräftigen und stattlichen Jünglingen heran. Da zu der Zeit die Hirten von Straßenräubern geplagt waren, die ihr Vieh stahlen, scharrten die Brüder treue Gesellen um sich, die den frechen Räubern die Beute wieder abjagten. Die so um ihr Diebesgut betrogenen Räuber sannen auf Rache und wählten dazu das alljährlich Fest der Luperkalien aus, um einen Hinterhalt zu legen. Heftig wehrten sich die beiden Brüder, doch es gelang den Räubern, Remus gefangen zu nehmen. Sie brachten ihn zu Numitor, denn es waren seine Diener, die für diese schändlichen Überfälle verantwortlich waren, um diesen als angeblichen Räuber hinzustellen und hinrichten zu lassen. Erstaunt starrte der einstige König auf die herrliche Gestalt von Remus, die ihm so vertraut vorkam. Als Faustulus und Romulus in den Palast eindrangen und der Hirte erzählte, unter welchen seltsamen Umständen er die Zwillinge gefunden hatte, war dem König alles offenbar. Glückselig schloss er seine Enkel in die Arme. Zusammen nun mit allen getreuen Hirten überfielen sie den Königspalast und töteten den Thronräuber Amulius. So wurde Numitor als rechtmäßiger Herrscher wiedereingesetzt und er regiert von Alba Longa aus weise das Land.

Die Stadt Alba Longa und auch das Land Lavinium erblühte unter der weisen Herrschaft des Königs Numitor und so gab es bald einen Überschuss an Menschen. Da beschlossen Romulus und Remus an der Stelle, wo sie von der Wölfin so wunderbar gerettet worden waren, eine neue Stadt zu bauen. Sie sollte herrlicher als Alba Longa und zum Nabel der Welt werden.

Doch wer von beiden sollte über die neue Stadt herrschen? Da sie Zwillinge waren, gab es bei ihnen nicht das Recht des Erstgeborenen und so sie wandten sie sich an die Götter. Ein Orakel des Vogelfluges sollte die Entscheidung treffen, welcher der Brüder zum Herrscher werden sollte. Remus bezog auf der Höhe des Aventius Stellung, während Romulus dies auf dem Palantinus tat. Bald schon sandten die Götter ihr Zeichen. Zuerst erschienen dem Remus sechs Geier. Sofort schickte er Boten zu seinem Bruder, die ihm dies berichten sollten. Dann jedoch zeigten sich dem Romulus zwölf Geier. Da entbrannte ein Streit darüber, ob nun die Anzahl oder die Zeit den Ausschlag geben sollte.

Romulus, überzeugt davon, dass es ihm bestimmt war, über die neue Stadt zu herrschen, fing sofort mit dem Bau an. Er steckte den Platz ab und zeichnete mit einem Pflug den Standort der Mauer. Nur langsam ging der Bau der schützenden Mauer voran. Remus sprang lachend über die noch niedrige Mauer, um seinen Bruder zu zeigen, wie wenig er von diese Werk hielt. Da packte den Romulus der Zorn und er streckte ihn mit seinem Spaten nieder. "Jedem solle in Zukunft das gleiche geschehen", rief er wütend, "der über meine Mauern springt." Und so wurde er zum alleinigen Herrscher der neuen Stadt, der er den Namen Roma gab.
Aus Reue für seinen Brudermord und um die Götter wieder friedlich zu stimmen, stellte er einen zweiten Thron neben dem seinen auf, um so zu zeigen, dass er die Herrschaft mit seinem Bruder teilen wolle.

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