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 Mythen
Fortuna Offline



Beiträge: 273

20.08.2004 15:29
RE: Die Reise beginnt (Anfang für die folgenden Themen antworten

Die Sonne funkelte fröhlich vom Himmel herunter und spiegelte sich in den bunten Blättern des Herbstwaldes. Vergnüglich quietschend sprang Dorian immer wieder in die Blätterhaufen, rollte sich wie ein kleiner Welpe in den Blättern herum und warf diese in die Luft. Ein Schmetterling mit wunderbaren, goldenen Flügeln tanzte auf einmal vor seiner Nase. Atemlos starrte er dieses schöne Wesen an. Genauso neugierig schien es auch ihn zu beobachten, um dann auf seinen geheimnisvollen Weg weiterzufliegen. Dorian jedoch war so fasziniert von dem goldenen Funkeln der Flügel im Sonnenlicht, dass er dem Schmetterling folgen musste. Vergessen waren die Warnungen seiner Mutter, nicht die Wege im Wald zu verlassen. Immer größer und mächtiger wurden die Bäume um ihn herum. Die Sonne fand bald kaum noch einen Weg durch die gewaltigen Baumkronen und so wurde die Luft kühler und feuchter. Plötzlich erinnerte sich Dorian wieder an die Geschichten seiner Großmutter, die von einem Ungeheuer im Herzen des Waldes erzählt hatten. Als er nicht mehr wusste, wo er noch war, da fing er an sich zu fürchten. Schließlich stand er bibbernd vor einer großen Höhle. Erstaunt sah er, wie der goldene Schmetterling dort drin verschwand. Von seiner kindlichen Neugierde getrieben folgte er dem Schmetterling in die Höhle. Zunächst sah er nichts, so stockfinster war es. Doch als sich seine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, sah er in der Ferne ein schwaches Licht glimmen, das größer und intensiver wurde, je mehr er sich näherte. Schließlich stand er in der Höhle vor ... ja, vor was? Dorian sah nur einen mächtigen Berg von Schuppen, Krallen und Flügeln, die ineinander verschlungen waren. In diesem ganzen Gewirr schlug plötzlich ein Auge auf, das in groß anstarrte. Darauf geriet der ganze Leibesberg in Bewegung und entrollte sich. Auf vier großen Löwenpranken stand das Wesen, sein Körper war geschuppt mit einem langen Schwanz. Zwei große Flügel prangten auf seinem Rücken und aus den Nüstern seiner Schnauze kräuselte sich Rauch.

„Wer wagt es hier meine Ruhe zu stören? Sprich, du Winzling!"
Doch Dorian war so vor Schreck erstarrt, das kein Wort über seine Lippen drang.
Da beugte sich das Wesen herab und beäugte ihn interessiert mit seinen tellergroßen Augen.
„Hm, hm, gefährlich scheinst du mir ja nicht zu sein!"
Da wagte es Dorian ganz kleinlaut zu piepsen: „Wer bist denn du?"
„Du weißt nicht, wer ich bin?", donnerte da das Wesen ganz entsetzt und entschuldigte sich sofort als es sah, wie Dorian ganz ängstlich zusammenzuckte.
„Lange ist es her, da ich mit einem menschlichen Wesen gesprochen habe und vergaß, wie mächtig meine Stimme für euch ist. Ich bin ein Drache. Du kannst mich Drag-en nennen, da mein wirklicher Name für dich nicht auszusprechen ist. Und wer bist du kleines Menschlein?"
„Dorian", piepste dieser immer noch ziemlich ängstlich.
„Es erstaunt mich, dass du keine Drachen kennst. Welche Helden und Dämonen lehren sie euch denn heute?"
„Also, mein Held ist Batman!", sagte da Dorian ganz stolz, „ Und Mama sagt, unsere Nachbarin wäre eine alte Hexe, die wohl direkt von den Dämonen abstammen würde."

Verwundert kratzte sich der Drache mit einer Kralle hinter das Ohr.
„Mir scheint, das ihr die Fabelwesen eurer Welt ganz vergessen habt. Welch ein trauriges Schicksal für unsere Art."
Ganz betrübt blies er eine kleine Flamme aus seinen Nüstern und ringelte sich wieder zusammen.
„Also, es gibt noch mehr von dir?", wagte es da Dorian zu fragen.
„Viel mehr noch, viele wundersame Wesen, die ihr mit euren Geschichten erschafft habt. Wenn du willst, dann zeige ich sie dir."

Da nickte Dorian heftig.
„So steige denn auf meinen Rücken und begleite mich auf eine Reise durch die Welt der Fabeltiere. Sei niemals ängstlich bei dem, was du siehst. Denn mein Zauber wird dich beschützen."
So kletterte Dorian auf den schuppigen Rücken des Drachens, der mit ihm langsam aus der Höhle kroch. Dann hob er sich in den Himmel und gemeinsam begaben sie sich auf eine phantastische Reise...

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