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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 1.486 mal aufgerufen
 Kräutergarten
Fortuna Offline



Beiträge: 273

20.08.2004 15:55
RE: **Flugsalben Atropin, Scopolamin, Hyoscyamin – die antworten

**Flugsalben Atropin, Scopolamin, Hyoscyamin – die Stoffe, die Hexen fliegen lassen**

Über die Inhaltsstoffe, die in Hexensalben verwendet wurden, gibt es die unterschiedlichsten Angaben.
Neben einer Reihe von eher unverdächtigen Kräutern wie Petersilie, Beifuß, Baldrian oder Knabenkraut
ist auch die Rede von Vogelblut und Kinderschmalz oder dem Fleisch von Kröten,
die mit Hostien gefüttert worden waren. Fett ist für Salben zwar nötig,
damit sie die nötige Konsistenz bekommen,um sie auf die Haut auftragen zu können –
es ist aber egal, ob es von Menschen oder von Tieren stammt.
Die Analysemethoden zur Zeit der Hexenverfolgung waren allerdings nicht so fortgeschritten,
dass der Ursprung der Fette hätte nachgewiesen werden können.

!!!!! Die Wirkstoffe waren gefährlich !!!!!

Atropin, Scopolamin, Hyoscyamin – die Stoffe, die Hexen fliegen lassen

Die wirksamen Bestandteile der Salben aber waren Teile von Giftpflanzen,
die in allen Rezepten auftauchten: Tollkirsche, Bilsenkraut, Stechapfel oder die Engelstrompete.
Diese Pflanzen gehören alle zu den Nachtschattengewächsen und haben ähnliche Wirkstoffe,
nämlich die Alkaloide Scopolamin, Hyoscyamin und Atropin – starke Gifte,
die Halluzinationen hervorrufen können. Es ist anzunehmen, dass diese Pflanzen und ihre Wirkungen
den Hexen bekannt waren. Dass sie sich damit wirklich regelmäßig in den Drogenrausch versetzten,
vermuten Historiker heute nur. Bewiesen ist es nicht.
Es könnte aber die Schilderungen von Hexenflügen erklären.

**Halluzinationen**

Wissenschaftler können heute erklären, wie Halluzinationen entstehen.
Der Schweizer Forscher Franz Vollenweider von der psychiatrischen Universitätsklinik in Zürich
untersucht die Wirkung von bewusstseinsverändernden Drogen wie Psilocybin
(der Wirkstoff der "Zauberpilze", Magic Mushrooms), MDMA (Ecstasy) und Ketamin im Gehirn
mit der Positronen-Emission-Tomographie (PET).
Vollenweiders Beobachtung:
Vor allem im Stirnhirn, aber auch in anderen Teilen wie Schläfen- oder Scheitellappen,
herrscht unter Drogeneinfluss starke Aktivität.
Die Erklärung:
Reize, die von außen ins Gehirn gelangen, treffen dort zuerst auf den Thalamus.
Das ist der Torhüter, der die Reize filtert und ihnen den Weg durchs Gehirn weist.
Über verschiedene Nervenbahnen reisen die Impulse durch das Großhirn bis zum Stirnhirn.
Das Stirnhirn sortiert Reize und ordnet sie ein:
Es unterscheidet die Bilder von außen von denen, die aus Gedanken, Erinnerungen oder Erfahrungen stammen.
Das Stirnhirn gibt Signale zurück zum Thalamus und meldet dort, wie viele Reize es noch verarbeiten kann.
Drogen blockieren diese Rückkoppelung.
Der Thalamus schickt immer weiter Reize auf den Weg –
selbst, wenn sie nicht mehr verarbeitet werden können.
Die Folge:
Das Stirnhirn wird überlastet. Es kann nicht mehr unterscheiden, welche Informationen von außen kommen und welche von innen.
Vorstellungen, Gedanken und Wunschbilder wirken plötzlich wie real Erlebtes.
Vollenweider konnte nachweisen, dass bestimmte Drogen die gleichen Gehirnreaktionen auslösen
wie sie bei Schizophrenie-Anfällen auftreten.
Forschungen an solchen Substanzen könnten daher dabei helfen,
Medikamente gegen Schizophrenie zu entwickeln.

Tödliche Nebenwirkungen

Engelstrompete: lieber nur ansehen

Wie viele Todesopfer die Experimente mit Tollkirsche, Stechapfel und Co. gefordert haben,
weiß man heute nicht. Die Zahl dürfte aber nicht unbeträchtlich sein,
denn der Traum vom Fliegen kann nur allzu leicht tödlich enden.
Die Alkaloide wirken stark narkotisierend und können zum Tod durch Atemlähmung führen.
Solche "Biodrogen" sind besonders gefährlich, da sie nur schwer zu dosieren sind.
Der Wirkstoffgehalt schwankt sehr stark –
je nach Art und Standort der Pflanze und den Wetterbedingungen, unter denen sie aufgewachsen ist.
Außerdem hängt die Wirkung auch noch von der körperlichen und psychischen Verfassung der Konsumenten ab.
Da die Schwelle zwischen wirksamer und tödlicher Dosis sehr niedrig ist, ist es fast unmöglich,
die Wirkung genau abzuschätzen. Außerdem tritt die Wirkung oft nicht sofort ein – d
er Konsument schluckt dann noch ein paar Tollkirschen mehr, weil er glaubt,
die Dosis sei zu niedrig.

Gefahr im Ziergarten

Viele Giftpflanzen stehen als Zierpflanzen in Gärten und Parks.
Nur wenige Inhaltsstoffe wie Psilocybin oder Mescalin sind nach dem Betäubungsmittelgesetz verboten,
die Pflanzen jedoch nicht. Tollkirsche, Stechapfel und Engelstrompete sind völlig legal.
Das bringt immer wieder Menschen, vor allem Jugendliche, auf die Idee,
damit herumzuexperimentieren.
Meist kommt es dabei aber nicht einmal zu den gewünschten Rauscheffekten,
sondern zu schweren Gesundheitsschäden – und sogar tödlichen Folgen.
Es ist deshalb ein verhängnisvoller Irrtum zu glauben, pflanzliche Drogen seien "sicherer" als synthetische
wie Ecstasy oder LSD.

Aislinn Offline




Beiträge: 469

22.08.2004 22:57
#2 RE: **Flugsalben Atropin, Scopolamin, Hyoscyamin – die antworten

Ja es gibt ja versichiedene arten von der Flugsalbe ich habe zum beispiel das Rezept was nicht so gefährlich ist. Aber ich würde es nicht gebrauchen.

Aislinn

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