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Dieses Thema hat 2 Antworten
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 Wicca
Fortuna Offline



Beiträge: 273

25.08.2004 22:57
RE: Die magischen Werkzeuge antworten

1.Kelch und Kessel

Wozu ein Kelch da ist, wissen die meisten von uns - aber mit dem Kessel ist das mal wieder so eine Sache. Die wenigsten von uns besitzen einen eigenen, und selbst wenn, steht er zwar meist recht dekorativ in der Landschaft herum, aber das war's auch schon wieder.

Beides kann dem Westen zugeordnet werden komme ich. Wo Westen, da Wasser, und wo Wasser, da ewige, tiefe, alles verschlingende, hinabziehende Weiblichkeit. Auch hier begegnen uns zwei Werkzeuge in unterschiedlichen Funktionen: Der Kelch stellt das sogenannte kleine und der Kessel das ebenso genannte große Werkzeug dar.


a) Kelch


Über seine Verwendung bestehen kaum Zweifel. Jeder hat einen, jeder weiß, wofür er da ist und jeder benutzt ihn während des Rituals mindestens ein-, vorzugsweise aber mehrmals - je nach Qualität der Füllung.

Wenn es so ist, weil es die Götter verordnet oder gar offenbart haben, weil er es von seinem weisen alten Überlehrer gelernt hat oder weil es am Ende so ist, weil es eben so ist, dann laßt euch von jemand anderem in die tiefsten Urgründe der Hexenkunst einweihen.

Ja, es ist etwas dran. Der Kelch soll im Ritual eine Verbindung zu unseren Gefühlen sowie zu unserer Intuition herstellen; aber wenn man ihm dabei nicht hilft, nützen auch ganze Ströme von im Geheimen gebrautem und seit Generationen überliefertem Ritualwein nichts. Das Geheimnis von magischen Symbolen ist, daß man sie bewußt und mit voller Absicht verwendet; daß man sozusagen ein entschiedenes Signal gibt, wenn man seinen Kelch einsetzt. Einfach nur hochhalten und mystische Texte murmeln reicht nicht. Es stellt sich die Frage, an wen dieses Signal gerichtet ist.


Im Einzelnen hängt die Beantwortung dieser Frage von eurer persönlichen Sicht der Dinge ab. Für den einen geht der Draht direkt zu den Göttern, für den anderen vielleicht eher in Richtung Unterbewußtsein , ich glaube eher an das Unterbewusste...!
Aber der Kern der Sache ist ja nun folgender: Götter, Unterbewußtsein, archaische Urebenen - sie alle stehen mit dem Anfang aller Dinge, mit der Schöpfung selbst in Verbindung. Diese läßt sich kaum besser als in Form des Schoßes, aus welchem sich die Schöpfung ergießt, symbolisieren. Nun schaut euch die Höhlung eures gefüllten Kelchs an. Fällt euch etwas auf?


Kelch und Kessel funktionieren als magische Werkzeuge immer dann, wenn wir uns ihnen in dem Wissen nähern, daß sie mit den Uranfängen des Daseins, mit dem Akt der Erschaffung selbst in symbolischer Verbindung stehen.
Und diese Urkräfte sind für jeden von uns erreichbar, wenn wir es fertigbringen, den Kelch als das zu spüren, was er repräsentiert, wenn wir ihm mit jener grenzenlosen Achtung und Ehrfurcht zu begegnen imstande sind, die wir auch jenem entgegenbringen, wofür er steht - dann, und nur dann wird er seine Symbolfunktion aufnehmen und für uns eine Brücke zwischen unserer Realität und der Welt davor, danach und dahinter schaffen. Ihn einfach gen Vollmond zu halten, genügt eben nicht, weil nicht die Handlung eine Veränderung bewirkt, sondern unsere Einstellung dazu.
Alle unsere magischen Werkzeuge erfüllen ihre Funktion nur für denjenigen, der bereits im Voraus imstande ist, sich aus eigener Kraft in einen anderen Bewußtseinszustand zu begeben. Dies muß nicht immer mit magischer Trance, seltsamen Zuckungen oder dem Lallen fremder Sprachen einhergehen; am kostbarsten ist dieser Zustand für uns vielleicht sogar, wenn wir ihn als besondere, klare Wachheit, als eine ganz eigentümliche Intensität aus unserem Alltag heraus wahrnehmen können. Speziell beim Kelch geht es hier um die Macht unserer Gefühle und das innere Wissen, mit welchem uns zu verbinden eben jene tiefsten Gefühle in der Lage sind.


b)der Kessel


Die meisten Hexen, die einen haben, besitzen ihn, weil eine Hexe so etwas nun mal haben muß und plazieren ihn in der Mitte des Kreises, weil sie nicht wissen, wohin sie sonst damit sollen.
Außerdem erweist er sich regelmäßig als überaus praktisch, wenn es um den Transport des ganzen Ritualzeugs in den Wald oder wohin auch immer geht, bis auf den sperrigen Kram paßt alles hinein.
Er ist also ein Allround-Werkzeug, sozusagen das Hexengerät schlechthin. Was einen auch nicht wundern sollte - immerhin zählt er zu den ältesten in magischer Verwendung befindlichen Gerätschaften überhaupt.


Wie schon der Kelch stellt auch der Kessel eine Verbindung zu unseren tiefsten und schöpferischsten Ebenen sowie jenen der Schöpfung selbst her, doch ist er diesen aufgrund seiner Natur sehr viel näher und darüber hinaus auch in der Lage, uns eine Einwirkung auf beziehungsweise mit diesen Ebenen zu ermöglichen. Der Kessel ist Schöpfung, Fruchtbarkeit, Erneuerung, Tod und Wiederkehr zugleich. In ihm brauen und kochen wir; mit der darin erschaffenen Nahrung erhalten wir Leben und sind somit Teil des ständigen Schöpfungsprozesses des Universums, denn nach Ansicht vieler Neuheidnischer Richtungen fand die Erschaffung des Universums keineswegs an jenem berühmten Sonntag ihr Ende, als Gott die Hände in den Schoß legte und beschloß, erst mal Pause zu machen; vielmehr gehen die meisten von uns davon aus, daß die Erhaltung der Welt bereits einen schöpferischen Akt darstellt. Versucht mal, bis Weihnachten vollständig aufs Essen zu verzichten - dann wißt ihr, was ich meine. Die keltische Mythologie faßt dies im Bild des Kessels der Cerridwen zusammen: Hier wandelt sich alles, wird aus Altem Neues und aus Tod das Leben. Auch die Alchimisten wußten um diese Kräfte. Wer von euch arbeitet mit dem Frieda-Harris- (na gut, dem Crowley-)Tarot? Werft mal einen Blick auf die Karte »die Kunst«. Na, was benutzt die gute Dame dort, um eine Verschmelzung der Gegensätze zu erreichen?


Womit wir zum nächsten interessanten Punkt kämen: Wo gehört das Ding nun eigentlich hin - in den Süden, den Westen oder in die Mitte des Kreises? Mir gefallen all diese Lösungen, da sie zeigen, von welch umfassender Bedeutung er ist. Im Westen hat er aufgrund der Fülle, die er spendet, sowie als Trainingsinstrument für die Intuition - viele Menschen verwenden zum Sehen den Kessel - seinen Platz. In der Mitte des Kreises symbolisiert er den endlosen Kreis des Lebens und dient dazu, Menschen um ihn herum zu einem ebensolchen zu versammeln; Wandlung und Transformation als Mittelpunkt unseres Lebens. Im Süden jedoch weist er auf eine ganz besondere seiner Eigenschaften hin. Hier wirkt er umfassend, schließt alles Leben in sich ein und reinigt es mit der Kraft des Feuers. Wann immer ein Kessel Verwendung findet, geschieht dies mit Hilfe von Feuer; sei es, daß ein solches unter ihm entzündet wir, um Nahrung zu kochen oder in ihm selbst als sicherem Ort für das Ritualfeuer. Ständig hat er eine fürsorgliche, hegende Funktion. indem er uns jene Dinge verschafft, die unser Körper - und manchmal auch unsere Seele - zum Überleben benötigen oder die vernichtende Kraft der Flammen für uns bändigt und uns auf diese Weise schützt. Der Kessel ist der tiefste, geheime Ort, an welchem wir in der Obhut der Göttin alle Schranken und Begrenzungen hinter uns lassen können, um uns zu neuer, andersartiger Größe zu erheben. Aus diesem Grund symbolisiert er in meiner Familie die Sippe selbst, deren Glieder zwar kommen und gehen, die aber als Ganzes doch immer eine steig wachsende, lernende und sich verändernde Einheit bildet. Auch ist seine Handhabung bei uns das Privileg der Alten, deren Richtung der Westen ist und das der Mutter als Widerspiegelung des Schöpfungsaspekts.


Wie kommt man nun am einfachsten an diese beiden Werkzeuge?


1. Eine gute Quelle für Kelche stellen türkische Läden dar, und manchmal haben sie sogar Kessel. Die Sache hat nur einen Haken: Diese Läden sind teuer, weil oftmals immer noch auf Handel eingestellt - und was dürfen wir beim Erwerb magischer Werkzeuge nicht tun? Handeln!!!

2. Freizeit und Trekking-Versandhandel haben sich hingegen als überraschend preiswerte, aber bezüglich von Kelchen recht unergiebige Quelle herausgestellt; aber deren Kessel sind einen Blick ins Portemonnaie wert.


3. Alternativen zum "silber"-kelch:
Ton geht halt leichter in Scherben, ist dafür aber nicht so teuer; Glas überlebt meist den ersten Absturz vom Baumstumpf-Altar nicht, ist aber dafür in sehr vielen Verarbeitungsformen zu finden. Silber muß man dauernd putzen, und zwar nicht nur der Optik halber, sondern auch, weil ein gründlich oxidierter Becher irgendwann kaum mehr zu reinigen ist und sein Inhalt dann scheußlich - ich wiederhole: scheußlich - schmeckt. Holz hält etwas aus, ist relativ preiswert und darüber hinaus (bei guter Oberflächenversiegelung, unbedingt darauf achten!) auch recht pflegeleicht, wir aber von vielen Menschen als zum Element Wasser nicht unbedingt passendes Material betrachtet.


4. Ihr wißt ja, was nun kommt: Kaufen alleine reicht nicht! Paßt auf die Edelsteine auf, vor allem auf metallenen Grundlagen entwickeln diese gerne ein äußert aktives Eigenleben ... am besten nichts Teures nehmen und erst mal austesten, ob es hält.


5. Kessel sind war traditionell aus Kupfer, sollten in diesem Fall aber unbedingt innen beschichtet sein. Es hat sich mittlerweile herausgestellt, daß man durchaus auch zuviel Kupfer im Leib haben kann, und das soll unangenehme Spätfolgen haben.


6. Ebenso wie für Dolche gilt für einen Kessel: Er muß benutzbar sein. Und zwar zum Kochen. Und zwar mehr als einmal.

Schön, und wofür dienen diese beiden hübschen Gefäße nun - nach erfolgter Reinigung und Weihe, versteht sich - im Ritual?


Nun, der Kessel hat seinen Auftritt oft bereits am Anfang, falls man ihn als Feuerstelle einsetzt. Auch außerhalb des Rituals kann er seinen Einsatz haben, wenn beispielsweise rituelle Speisen oder Getränke im Voraus zubereitet werden. Hütet eure Kessel so, wie sie euch hüten!


Weiterhin wird der Kelch zur Anrufung der Göttin verwendet - ihr wißt ja nun, was ihr dafür abgesehen vom Füllen und Emporheben tun müßt. Auch hier bekommt der Kelch verbindende Funktion, wenn anschließend alle Beteiligten gemeinsam aus ihm trinken; diese Handlung hat nach einer tief empfundenen und kraftvoll durchgeführten Anrufung fast Eidcharakter. Bedenkt die Ähnlichkeit zum Abendmahl; auch die Christen wissen, wie man aus einem losen Haufen eine aufeinander eingeschworene Gemeinschaft macht. Nicht zu vergessen natürlich auch das Ritual der großen Ehe.

Was ihr auch immer im einzelnen mit eurem Kelch oder eurem Kessel anstellt, sei eurer Kreativität überlassen, aber vergeßt bitte niemals, daß diese beiden Gegenstände von dem Augenblick an, in dem ihr sie dem Alltag enthebt und durch die Weihe zu rituellen Gegenständen macht, wahrhaftig heilig sind. In gewisser Weise stellen sie das symbolische Zentrum neuheidnischer Religion und Kultur dar. Liebt sie - und auf diese Weise durch sie das, was sie repräsentieren.

[f1][ Editiert von Moderator Fortuna am 25.08.2004 23:02 ][/f]

[f1][ Editiert von Moderator Fortuna am 27.08.2004 13:07 ][/f]

Melamoma Offline



Beiträge: 13

27.08.2004 14:00
#2 RE: Die magischen Werkzeuge antworten

wenn ich mich nicht irre, hat für diesen Text Vicky Gabriel das Copyright. http://www.boudicca.de/vicky01.htm

Fortuna Offline



Beiträge: 273

27.08.2004 15:46
#3 RE: Die magischen Werkzeuge antworten

Ich weiß ja nicht was das soll, dass du nur hier ein schaust um irgendwelche Dinge zu berichtigen.
Leider muss ich dir sagen, dass Vicky ganz sicherlich kein copyright für diesen Text hat so wie er da steht!!!!
Also wenn du schon an allem was auszusetzen hast dann lies die Texte wenn schon richtig und stell hier keine behauptungen auf, das finde ich nämlich auch nicht in Ordnung!!!!!

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