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 Kraftorte
Aislinn Offline




Beiträge: 469

20.09.2004 21:17
RE: Die Görresbrug -ein Matronentempel antworten



Die Görresburg liegt oberhalb des Schleifenbachtales, in der Nähe von Nettersheim, in der Eifel. Sie wurde bereits 1907 entdeckt und ausgegraben. Heute ist sie touristisch sehr gut erschlossen und wird auch dementsprechend vermarktet. Dies war einer der Gründe weshalb es mich nie sonderlich in


ihren Bannkreis gezogen hat.
Dann ist mir das Buch "Wo Göttinnen das Land beschützten" von Sophi Lange, in die Hände gefallen. Sie beschrieb den Matronentempel und seine Umgebung mit soviel Liebe, das ich schließlich neugierig wurde. An einem verregneten Wochenende, kurz nach Ostra machte ich mich dann mit zwei Freundinnen auf den Weg in die Eifel. Und an diesem Wochenende sollte wir erleben, das Frau mit ein wenig Glück auch ganz alleine den Zauber des Tempels genießen kann - die übrigen Touristen hatten sich vermutlich vom Wetter abschrecken lassen, so waren wir eine Zeit lang ganz alleine am Tempel.
Der Tempel -beziehungsweise seine Mauern, liegen hoch über dem Tal des Schleifenbaches. Als wir den Hügel erklommen hatten lag plötzlich und ein wenig unerwartet der Tempelbezirk vor uns. Die Sonne hatte sich eine Flecken zwischen den Wolken erkämpft und der Tempel lag ein einem mystischen Zwielicht vor uns. Die Sonnenstrahlen brachen sich in den Regentropfen auf dem Gras und die gesamte Wiese glitzerte und leuchtet.
Aber wir betraten, wieder erwarten, kein "Museum", keine alten Mauern die Zeugen einer alten, längst vergangenen Zeit sind. Der Tempel war zum besten gefüllt mit lebendiger Energie. Überall fanden wir Zeichen für einen lebendigen Tempel der Göttin. An einem Busch im nahen Wäldchen wehten noch bunte Bänder, vor den Statuen der Matronen lagen Gaben, das Gras war auch abseits der Tourirstenpfade nieder getreten.
Die Matronen schienen uns liebevoll an zulächeln, über der gesamten Anlage lag eine lebendig, anregende und ermutigende Energie, wie ich sie bisher noch nie an einem alten Monument gespürt habe. Hier war der Glaube an die Göttin nicht nur Geschichte, egal was männliche Wissenschaftler

im Laufe der Jahre in diese Mauern herein gedeutet haben, an diesem Ort, lebt der alte Glaube weiter. Hier verehrten noch Frauen die Göttin an einem ursprünglichen Ort. Die Görresburg ist einer der wenigen alten Orte, die neben einem mystischen Zauber, der uns die alte Zeit erahnen lässt, auch noch ein lebendigen Glanz in ihrer Aura tragen.




Wissenswertes über den Matronenkult bei Nettersheim:
Die Mauerreste des Tempels wurden 1907 von der Bevölkerung. Ein Großteil der Mauern wurde während der folgenden Jahre zu anderen Zwecken abgetragen. 1914 befasste sich der Matronenforschers Franz Cramer mit dem Tempel. Er hatte in einer mündlichen Überlieferung Hinweise auf einen solchen Tempel bekommen, welche sich überraschend bestätigten. Es wurden offiziell drei Matronen Steine in der


Görresburg gefunden - die Originale sind heute im Römisch Germanischen Museum in Köln zu besichtigen (so wie weitere Funde aus der Umgebung). Alle Inschriften der in Nettersheim gefundenen Steine bezeugen eine Weihung an die aufanischen Matronen, die Steine stammen aus der Zeit der römischen Besatzung in der Eifel.
Der Aufanienkult stammt vermutlich aus vorrömischer Zeit. Die Bonner Geschichtsprofessorin Dr Annette Kuhn schrieb: "Wir gehen von der These aus, das die Verehrung der auffanischen Matronen in Bonn (und Umgebung) auf ältere matriarchale Traditionen hindeuten, die in Bonn zur Zeit der römischen Besatzung fort wirkten und die bei der Ausübung der verschiedenen Göttinenkulte in Bonn.... ihren Ausdruck fanden." (Wo Göttinnen das Land beschützten", S.72)
Auffallend ist meiner Meinung nach auch die große Ähnlichkeit der Matronen in ihrer Darstellung, (der Anzahl drei, die Jungfrau, Mutter, Alte) mit anderen Schicksalsgöttinen. Seit ich mich begonnen habe mit den Matrone zu beschäftigen finde ich immer mehr Ähnlichkeiten der beiden "Kulte" -vielleicht werde ich irgendwann mal auf einer Seite meiner HP darauf eingehen. Hier in diesem Teile meines Gartens würde es jedoch den Rahmen sprengen. Interessierten kann ich das Buch "Wo Göttinnen das Land beschützen" ,von S. Lange und das Buch "Der Einfluss der .

Schicksalsgöttinnen" von Zusanna Budapest ans Herz legen.
Wie der Grundriss des Tempels zeigt, bestand der Tempel aus drei quadratischen Gebäuden (A,B,H), deren Öffnung nach Osten geht und welch innerhalb einer größeren Mauer stehen (D).
Diese Mauer ist im Norden und Süden jeweils 26m, an der Ostseite 26,90 m und im


Westen 24,67 m lang. Der Haupteingang befand sich im Osten.
Wenn man heute durch diese Öffnung in der Mauer die Anlage betritt blickt man direkt auf die Replika der drei Matronenstatuen. Diese sind jedoch nachträglich an diese Stelle gestellt worden, bei den Ausgrabungen fand man sie außerhalb der größeren Cella (A).Wenn man den Bezirk durch die kleinere Öffnung in den Mauern (Südwest) verlässt hat man einen wunderschönen Blick ins Tal und auf die umgebenden Höhen.
Der Tempel ist nach Ostwest ausgerichtet. Das bedeutet, das zur Tag- und Nachtgleiche im Frühjahr und Herbst, (wenn die Sonne genau östlich aufgeht) das erste Sonnenlicht genau in den Tempel fällt




(Quelle)

Liebe grüße
Aislinn

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