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 Feen und ander Naturgeister
Aislinn Offline




Beiträge: 469

25.09.2004 07:36
RE: Glücksfeen, die Töchter des alten Matriarchats antworten

Eine mündlich überlieferte Zigeunersage erzählte, dass ein Mann, der in den Ruinen heidnischer Tempel oder Grabmäler die Statue einer nackten fate (Fee) finde, diese in Liebe umarmen und mit seinem Samen benetzen solle. Die fate würde sodann - ähnlich wie Pygmalions Galatea - in seinen Träumen lebendig werden und ihrem Geliebten verraten, wo er einen vergrabenen Schatz finden könne.

So würde sie zu seiner "Glücksfee" werden. Er bleibe für alle Zeiten glücklich mit ihr, wenn er bereit sei, zeitlebens niemals wieder einen Fuß in eine christliche Kirche zu setzen.

Diese Vorstellung von der Glücksfee kann vermutlich auf frühzeitliche Bräuche der weiblichen Erbfolge und der matrilokalen Hochzeit zurückgeführt werden, die beide sowohl für die Mythen der Bronzezeit als auch für die Märchen der späteren Zeit charakteristisch waren.

Es war selten so, dass der Märchenheld seine Braut mit in sein Land brachte. Statt dessen verließ er die Heimat, um sein "Glück" woanders zu suchen. Dieses offenbarte sich meistens in Gestalt einer fremden Prinzessin, die er nach einigen Prüfungen für sich gewann und in ihrem Land heiratete. Anschließend regierte er das Land seiner Frau mit (Übergang zum Patriarchat).
Die Frau galt hier, ebenso wie im vorpatriarchalischen System, als "fortuna" (Glück) oder "fatum" (Schicksal) des jungen Mannes.


Quelle


Lieeb grüße
Aislinn

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