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Dieses Thema hat 0 Antworten
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 Bücher, Cds
Sramana ( gelöscht )
Beiträge:

18.10.2004 22:12
RE: Jahme im Regenbogen antworten

Ich bin so frei und stelle meinen Roman hier vor; - thanks!

Bei einer Radtour durch den Wald begegnet Christian einer geheimnisvollen jungen Frau: Jahme. Sie lebt mit Hund und Katze in einem Felsengewölbe und hat der Zivilisation den Rücken gekehrt, um im Wald, ihrem kosmischen Platz, innere Ruhe zu finden. Nach anfänglicher Skepsis erliegt auch Christian der Faszination dieses magischen Ortes. Jahme weiht ihn in die Heilkraft der Steine ein, erzählt ihm vom Einfluss der Sterne auf Leben und Wachstum und breitet ihr profundes metaphysisches Wissen aus. Die Gespräche mit der mystischen "Waldfee" lassen Christian das Leben aus einer neuen Perspektive betrachten und schließlich seinen eigenen spirituellen Weg suchen, der Geist und Körper zu vereinigen vermag.

Taschenbuch - 176 Seiten - Verlag Frieling & Partner Berlin
Erscheinungsdatum: 2000
Auflage: 1. Auflage
ISBN: 3828010830 8,90 €





Auszug aus dem Roman:
Es gibt so viele Logiken in dieser Welt. Aber wie viele von den Menschen erdachte Logiken widerlegt die Natur immer wieder? Finde deine eigene Logik! Die Logik, an die du glauben kannst!" Jahme forderte Christian auf, in die Flammen zu schauen.
Sie legte noch einige Holzstücke nach, während er in die empor flackernden Flammenzungen sah.
"Ein Physiker kann mir wahrscheinlich auf seine Art Logik erklären, warum ein Feuer brennt. Ein Mathematiker wird mir die ungefähre Dauer des Brandes errechnen, und ein Chemiker die Zusammensetzung des Brennmaterials erläutern können. Ich habe meine eigene Logik. Ich fühle meine Logik, deshalb verschmelze ich mit ihr!"
Sie legte eine Pause ein, und Christian fragte ungeduldig: "Und? Wie lautet deine Logik?"
Jahme beugte sich näher an das Feuer heran, "siehst du das astrale Licht in den Flammen?"
Sie wartete nicht auf Christians Reaktion, senkte ihre Stimme und flüsterte fast: "Da, Chris, in dem astralen Licht ist alles vereint, was immer ist. In diesem Licht triffst du ALL - ES, was immer Bestand hat!"
Er sah ungläubig auf das violett schimmernde Licht, was Botschafter aus dem All sein sollte.
"Du bist mir zu utopisch, Jahme. Was soll ich denn mit dem Wissen anfangen, daß in der Mitte eines Feuers astrales Licht ist? Das nützt mir doch nichts!!!"
"Noch nicht! Aber wenn du dein Selbst wirklich Stück für Stück transformieren willst, brauchst du mehr, als eine Auskunft von Außerhalb. Mein Glaube braucht dir nichts zu nützen. Aber warum muß immer alles direkt einen Nutzen bringen? Hier ist NICHTS umsonst! Jeden Tag erleben wir kleinere Transformationen, die uns verändern und wachsen lassen. Wer nur ein bißchen fühlen kann, weiß wieviel Tode man in einem Leben sterben muß. Wenn du immer nur nach deinem eigenen Nutzen suchst, werden die himmlischen Wesen einen argen Trotzkopf in dir sehen!"
Ihre großen Augen sahen ihn erwartungsvoll an, und ihre Sterne tanzten wild durcheinander.
"Ihr habt alle kleine Sterne in den Augen!" sagte Chris leise.
Sie hob ihre Augenbrauen und lächelte.
"Wenn du unsere schon fühlen kannst, werden deine auch bald vom Himmel fallen. Willst du sie dir holen?"
Er sah sie ungläubig und zweifelnd an.
Jahme stand auf, und verschwand in der Höhle. Mit einem kleinen Spiegel in der Hand kam sie zurück.
"Setz dich seitlich neben das Feuer!" forderte sie ihn auf.
Er drehte sich in die angeordnete Position.
Jahme hielt ihm den Spiegel hin, "schau dir in die Augen! Ganz tief in deine Pupillen!"
Er nahm ihr den Spiegel ab, und konzentrierte sich auf die Mitte seiner Augen.
Das Spiegelbild warf kleine Feuerfunken in seinen Augen wider.
"Konzentriere dich! Schau in die schwarze Tiefe deiner Augen!"
Es dauerte noch einen Augenblick, bis Christian sich in den schwarzen Punkten im Spiegel wiederfinden konnte, aber dann ging er auf die Reise zu seinen Sternen.


Die Augen, die mir aus dem Spiegelbild entgegenschauen, erscheinen mir erst einmal fremd.
Ein wenig reflektieren die Umrisse der Umgebung.
Mein Spiegelbild entfernt sich immer mehr von mir. Meine Sicht verengt sich, wie fremde Objekte blicken mir meine Augen entgegen.
Ich schaue hinter meinen Augen aus meinem Kopf, als gehöre mir mein Körper nicht.
Munter springen Flammensterne in den Pupillen, die der Spiegel sich im Lagerfeuer holt.
Jahme flüstert immer wieder die Worte "Bewegung" und "fließen lassen" in die Nacht.
Als ich versuche, mir die Worte bewußt zu machen, kann ich meine Empfindungen nicht mehr steuern, und mein Blick hebt sich aus dem Spiegel zurück.
Die blinkenden Sterne entfernen sich von mir.

"Such dir ein Wort, Chris!" sagte Jahme, "fließen, fließen lassen ist ein guter Ausdruck!"

Ich muß mich anstrengen, um mich wieder in dem Spiegel zu fangen.

"Konzentriere dich auf das Feuer in deiner Mitte. Vergiß deine Gedanken, vergiß deinen Körper, laß die Kraft der Mutter Erde durch dich strömen!" flüsterte Jahme.

Ich richte meinen Blick auf die schwarze Mitte, hebe ihn wieder hinter die Augen und verschmelze mit dem auf mich gerichteten Pupillenpaar.
"Fließen! Fließen! Fließen!" tönt Jahmes Stimme weit entfernt.
Immer mehr ziehen mich die flackernden Sterne in ihren Bann.
Ich verschmelze mit der Umgebung, und wachse gleichzeitig aus ihr heraus.
Die meterweit entfernten Felsen wirken auf mich, wie die dünne Schutzschicht einer Seifenblase.
Mein Körper löst sich auf, und ich gehe in eine andere Welt.
Mein Geist verwächst mit den Bäumen, fließt mit dem Wind, haucht mit der Luft, verwandelt sich in Flammen und wird weit, wie das All.
Der Blick auf den Kosmos trägt mich aus der reellen Welt heraus.
Einige Zeit verharre ich, mit weit geöffneten Augen und aufgerissenem Mund, staunend auf das Abenteuer, was der Himmel mir widerspiegelt.
Dann kehre ich langsam zurück.
Das sternklare Dunkelblau über mir erscheint mir, wie die Öffnung zu einem Zuschauerraum, und ich sitze in der aufgebauten Kulisse eines Märchenfilms.

Noch immer tönte Jahmes " fließen " leise durch die Nacht, als Christian seinen Blick wieder senkte, und auf den " Boden der Tatsachen " zurückkehrte.
Zuerst mußte er sich kräftig schütteln, die Glieder strecken, und den Nacken straff ziehen.
Nur langsam gewöhnten sich seine Augen wieder an die Finsternis des Waldes, die nur durch das Lagerfeuer erhellt wurde.
Jahme lächelte ihn an: " Und, was empfunden?"
Chris schüttelte sich noch einmal zur Lockerung und nickte ihr strahlend zu.
"Du hast Recht, Jahme; - Drogen werfen einen nicht so aus der Bahn, wie deine Experimente!"
Sie lachte kurz geschmeichelt auf.
"Wieviel heller der Kosmos bei Nacht ist, wenn man dann den Blick wieder auf die dunkle Erde wirft, nicht wahr?!"
Chris nickte ihr erneut zu. Dann versuchte er, Jahme zu erklären, was er bei sich bemerkt hatte.
Sie hörte ihm eine Weile geduldig zu.
Wild gestikulierend versuchte er, ihr die Erlebnisse zu schildern.
Jahme unterbrach ihn nach einiger Zeit:" Laß mal gut sein, Chris. Man kann solche Gefühle nicht gut in Worte fassen. Das unterscheidet ein Selbst - Abenteuer von den anderen Unternehmungen auf dieser Welt so drastisch. Man kann vieles erklären, oder in Worte fassen, aber frage einen Künstler nach seinen Empfindungen, während er kreiert!"
Sie lachte kurz auf.
"Er wird dir kaum eine konkrete Antwort geben können. Empfinden gehört zum Glück nur dir allein! Und so kannst auch nur du selbst wissen, was für dich wichtig ist, empfunden und ausgelebt zu werden.

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